Metropolis Kino

Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg – 0 40/34 23 53

Metropolis Kino, Hamburg – Informationen

Email vom Metropolis Kino

Webseite vom Metropolis Kino

Leinwände: 1 – Sitzplätze: 500 – Tonsystem: Dolby SR

Anfahrt öffentliche Verkehrsmittel: Bus Linie: 4, 5, 109, 112, 36, 34 (Gänsemarkt/Stephansplatz) U-Bahn: U 2 Gänsemarkt, U 1 Stephansplatz S-Bahn: S 11, S 21, S 31 Dammtor

Metropolis Kino, Hamburg – Kritik

Metropolis Saal

Der erste Besuch des Metropolis Kino nach seiner Wiedereröffnung im November 2011 ist ein zunächst befremdliches, leicht surreales Erlebnis. Sobald man im Kinosaal Platz genommen hat, wandelt es sich jedoch in ein nostalgisches. Früher lag das Kino an der Dammtorstraße in der Hamburger Innenstadt in einem kleinen Hinterhof, der von der Hauptstraße durch einen schwarz gestrichenen, leicht schmuddeligen Gang zu erreichen war, den man als Jugendlicher als herrlich schummrig und unheimlich empfand und der gut zu dem unkonventionellen Filmrepertoire abseits des Mainstreams passte. Nachdem das Metropolis im August 2008 für gut drei Jahre ins ehemalige Savoy umziehen musste, befindet es sich heute in einer Nebenstraße der Dammtorstraße (Kleine Theaterstraße 10) in einem kühl wirkenden Neubau neben der Hamburger Staatsoper, dessen schick-sterile Fassade manche Metropolis-Liebhaber vor den Kopf stoßen könnte.

Metropolis Cafe

Auch der schlichte Kassenbereich im Erdgeschoss und das kleine Café ein Stockwerk tiefer mit den nackten Betonelementen an den Wänden lassen wenig Gemütlichkeit aufkommen und passen eher zu einer Werbeagentur als zu einem Programmkino. Der unter Denkmalschutz stehende Kinosaal im zweiten Untergeschoss, der einem kleinen Theater ähnelt, ist aber zum Glück der heimelig-vertraute geblieben. Mit seinem blasstürkisen Vorhang und den antiken gelben Lampen strahlt er die altbekannte Plüschigkeit früherer Zeiten aus. Für die Umzüge des Metropolis wurde er sorgsam auseinandergelegt und wiederaufgebaut. Neu ist lediglich, dass neben diversen anderen Formaten jetzt auch Filme in HD-Qualität gezeigt werden können. Vor der Vorstellung ertönt nach wie vor ein Gong, der halbrunde Rang wird aber leider nur dann für Besucher geöffnet, wenn das Parkett voll besetzt ist.

Metropolis Foyer

Unverändert individuell und abwechslungsreich ist auch das Programm des Kinos geblieben, das 1979 von einer Bürgerinitiative gegründet wurde und heute von dem Verein „Kinemathek Hamburg“ mit einem jährlichen Zuschuss der Kulturbehörde betrieben wird. Das Metropolis ist eines der in Hamburg nur noch sehr raren Lichtspielhäuser, die überwiegend Original- und wenig Synchronfassungen zeigen. Es laufen regelmäßig Länderreihen und Schauspielerporträts (im Februar Filme mit Bette Davis und Gert Fröbe), Retrospektiven ebenso wie aktuelle Themenschwerpunkte, Avantgarde, Experimentelles und in der „Bizarre Cinema“-Reihe am Sonntag auch mal Trashiges. Hinzu kommen Vortragsreihen, Lesungen und Musikbegleitungen zu Stummfilmen.

Metropolis Lampe

Mit einer möglichen Mitgliedschaft bei der „Kinemathek Hamburg e.V.“ zahlt man nur 4 statt 6 Euro Eintritt pro Vorstellung und unterstützt mit 21 Euro jährlich den Verein, der neben der Kinoarbeit und Programmgestaltung auch ein Archiv mit über 4000 Filmkopien, Videos und Texten für die Forschung verwaltet. Wem dies nicht möglich ist, weil er Hamburg lediglich besucht, der sollte sich von der neuen kalten Fassade des Metropolis nicht abschrecken lassen, an den Betonwänden vorbeiziehen und sich zwei Stockwerke tiefer in die roten Sessel des schönsten Kinos mit dem eigenwilligsten Repertoire der Hansestadt fläzen.

Metropolis Kino, Hamburg – Kinoprogramm

Film Do, 23.05.Fr, 24.05.Sa, 25.05.
Japanisches Filmfest Hamburg (OmU) 16:00, 18:00, 20:00, 22:0015:00, 17:30, 19:30, 22:0013:00, 15:00, 17:00, 19:30, 22:00

7 Tage

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